Mittwoch, 17. Juli 2019
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Chronik FW Jahrdorf

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Jahrdorf

 Die großen Ängste und Sorgen vor Brandgefahren zogen sich durch alle Jahrhunderte. Wie oft es zutraf, dass das Gebiet um Jahrdorf von Bränden heimgesucht, oder gar zerstört wurde, lässt sich mit Sicherheit nicht feststellen. Gerade in den Zeiten, in denen die reine Holzbauweise vorherrschte, die Gebäude mit Stroh und Schindeln gedeckt waren, war die Brandgefahr besonders groß. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1870/71 verfügte man, dass in allen Gemeinden des Reiches die
Bildung von Feuerwehrcorps Pflichtaufgabe jeder Gemeinde sein soll. Daraufhin wurde auch vom Königlichen Bezirksamt Passau mit Datum 27. Oktober 1870 eine Feuerlöschordnung erlassen. 

Auch in der Gemeinde Jahrdorf führte diese Anordnung zur Bildung einer allgemeinen Feuerwehr. Diese hatte aus vier Abteilungen zu Bestehen:

1. die Spritzenmannschaft
2. die Wasserzubringer
3. die Rettungsmannschaft
4. die Wach- oder Ordnungsmannschaft

An der Spitze jeder Abteilung stand ein Führer und die gesamte Feuerwehr unterstand dem Bürgermeister. Sie hatten jährlich 4 Pflichtübungen zu absolvieren. Die meisten dieser Pflicht- oder Allgemeinen Feuerwehren bestanden im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert oft nur mehr auf dem Papier, so dass die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr überaus begrüßt worden ist.

Eintragungen in den Büchern beweisen, dass am 18. Januar 1887 bei einer Besichtigung der Gemeinde Jahrdorf unter Bürgermeister Anetzberger festgestellt wurde; bei jeder Ortschaft sind große und hinreichende Wasserschwellen, welche ein ganzes Jahr gefüllt sind und bei ausbrechenden Bränden für Wasser gut gesorgt ist.

Aus verschiedenen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass die Feuerwehr Jahrdorf auch Übungen durchgeführt hat und bei Bränden stets zur Stelle gewesen ist. Hieraus ist ersichtlich, obwohl 50 Jahre lang keine eigenen Aufzeichnungen getätigt wurden, dass man immer mit Hand anlegte um Brandgefahren auch in anderen Orten mit einzudämmen und Leben zu retten.

Alten Unterlagen ist zu entnehmen:
Da in den größeren Gemeinden, aber auch in vielen kleineren Gemeinden es bereits zur Gründung von Freiwilligen Feuerwehren gekommen ist, wollte man dies auch für die restlichen Gemeinden erreichen. So wurde in einem Protokoll vom 18. November 1898 betont, “wiederholt wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Quaragenz (ins Gespräch) gebracht“. Noch im selben Jahr wurde vermutlich die Pflichtfeuerwehr als “freiwillige” benannt, was man behördlicherseits jedoch nicht gelten ließ und laut Protokoll vom 07. Oktober 1901 wieder anmahnte, was Jahrdorf betraf. “Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr findet noch immer keinen Anklang, obwohl zu diesem Zwecke beträchtliche Unterstützung von Seiten des Distrikts in Aussicht gestellt wurden“.

Der im Jahre 1897 gewählte Bürgermeister Hirsch hatte wohl die Umbenennung (wäre es eine Gründung gewesen, wären Gründungstag und Gründungsmitglieder vorhanden gewesen und man hätte 1906 nicht die Pflichtfeuerwehr-Mitgliederliste anfordern brauchen) vorgenommen oder sie ist vorgenommen worden, mit der Konsequenz, dass die Führung und damit das Sagen auf den Kommandanten oder Hauptmann übergegangen ist.

Da die Berichte der Jahre 1899 und 1900 überhaupt keine Erwähnungen von Feuerwehrangelegenheiten enthielt, wird wohl der im Jahre 1900 neugewählte Bürgermeister Krinninger sofort die Kompetenzen in Sachen Feuerwehr an sich gezogen haben und das Pflänzchen “freiwillige” damit wieder zerstört haben, was auch zu jenem ungehörigen Verhalten des Bürgermeisters geführt hat, von dem im Jahr 1903 die Rede war. Jedenfalls kann festgestellt werden, die Feuerwehr Jahrdorf hat also, ob als Pflichtfeuerwehr oder als Freiwillige Feuerwehr, seit 1870 immer bestanden. Man kann davon ausgehen und dies belegt auch der Kauf der Fahne, dass das Jahr 1898 als das der Umbenennung auf Freiwillige Feuerwehr anzusehen ist.

Die fahrbare Saug- und Druckspritze

Die im Jahr 1906 noch sehr junge “Freiwillige Feuerwehr Jahrdorf” ging beherzt ans Werk mit Neubauten von Feuerwehrhaus und Löschteichen. Notwendig waren letztere durch die Anschaffung einer fahrbaren Saug- und Druckspritze. Sie ersetzte damit die seit 1870 eingesetzte Druckspritze der Pflichtfeuerwehr Jahrdorf. Es war der Landwirtssohn, Johann Wipplinger, dessen ganze Leidenschaft dieser jungen Wehr galt und vor lauter Begeisterung, diese von Pferden zu ziehende Spritze ankaufte.

Im damaligen, neuen Feuerwehrhaus, auf dem Andorfer-Grundstück in Glotzing war die Spritze untergestellt. Nach einem Beschluss vom 26.05.1927 des Gemeinderats übernehmen die Landwirte Windpassinger Alois, Stemplinger Josef und Andorfer Alois in Glotzing den Fahrdienst auswärts mit einer Entschädigung von 10,- Mark für den Pferdebesitzer und 2,- Mark für den Knecht. Nach dem Ankauf einer Motorspritze im Jahr 1941, fand sie Verwendung in den umliegenden Ortschaften, zu anderweitigen Zwecken z.B. Auspumpen von Kellern. Selbst die jeweiligen Dorfbuben hatten ihre Freude damit beim “Feuerwehrspielen” 

Ihr letzter Einsatz war beim Großbrand in Glotzing Stemplinger - Schiermeier im Jahr 1953 und zwar bei der anschließenden Brandwache, wo man das Wasser-Jauchegemisch aus einem Hofweiher entnahm. Die Geschichte der Spritze endete dann bedauerlicherweise beim Schrotthändler Schumpa in Glotzing.

Tragkraftspritze
Tragkraftspritze 1941 - Sie war untergestellt in der auf dem Bild ersichtlichen Scheune des Johann Schauberger (Bauer Max) bis zum Gerätehausneubau 1949.
Drehleiter
1966 Ankauf einer Drehleiter, die erste im Landkreis Wegscheid.
Tragkraftspritze in Anhänger
1960 wurde die Tragkraftspritze mit Anhänger angeschaft. 1972 zum Transportfahrzeug für das Heuwehrgerät umgebaut.

 

Die Löschwasserversorgung

Löschteiche waren und sind noch immer eine dringende Notwendigkeit in ländlichen Gebieten. So auch in der Region um Jahrdorf. Bereits im Jahre 1906 wurde auf dem Hofgrundstück des damaligen 1. Vorstand Josef Andorfer in Glotzing der erste Löschteich angelegt, und ein zweiter beim Stemplinger “Hosweber”.

Im Oktober 1932 beschloß der Gemeinderat von Jahrdorf, dass weitere erforderliche Feuerweiher angelegt werden müssen. In Betracht kommen die Dörfer Renfting und Loifing, sowie Jahrdorf selbst auch.

Im Juli 1950 wurde Bürgermeister Johann Anetzberger bevollmächtigt zur Beurkundung der Feuerlöschteiche Jahrdorf und Renfting. Im Februar 1954 wurde seitens der Gemeinde festgelegt, die Löschwasserbehälter in Glotzing und Loifing in geschlossener Bauweise zu erstellen.

Im Mai 1955 und April 1956 wurde wiederum debattiert über das Bauen der Löschteiche. Zum einen ging es um die Finanzierung, zum anderen über die Auftragsvergabe. Im gleichen Jahr wurde der Glotzinger Löschteich fertiggestellt.

1962, unter Bürgermeister Alois Windpassinger fiel die für einen ländlichen Bereich wohl einmalige Entscheidung flächendeckend eine Löschwasserversorgung mit Hydranten zu verwirklichen. Kommandant Alois Hödl, der auch dem Jahrdorfer Gemeinderat und später dem Hauzenberger Stadtrat angehörte, war ein stetiger Anmahner zur Verbesserung des Feuerwehrwesens allgemein.

Außerdem ist zu erwähnen, dass der Bau der Trink- und Löschwasserversorgung ein großer Gewinn für die Gemeinde war und die Ansiedlung von Betrieben wesentlich erleichterte.

Oktober 1964, es stand an, auch in Guppenberg einen Löschteich zu errichten, da diese Ortschaft nicht von der zentralen Wasserversorgungsanlage mit Löschwasser versorgt werden kann. Der Bau wurde immer wieder zurückgestellt, bis er dann 1982 endgültig verwirklicht werden konnte.

Überdeckte Löschteiche gibt es nun im Industriegebiet Jahrdorf, in den Ortschaften Jahrdorf, Glotzing, Loifing, Renfting und Guppenberg.

Ehren-Diplom
Auch schon im Jahre 1936 wurden Mitglieder für ihre lang- jährige Mitgliedschaft durch ein Ehren-Diplom geehrt.

 

Die Gerätehäuser und Fahrzeuge

Erstes Gerätehaus
1949 Bau des Feuerwehrgerätehauses in Jahrdorf
Zweites Gerätehaus
1975 Bau des zweiten Gerätehauses, das im Jahr 1994 mit viel Eigenleistung erweitert wurde.
TS8 Opel Blitz
Das neue LF8 OPEL BLITZ v.l. 2. Kommandant Ernst Anetzberger, 1. Kommandant Alois Hödl, Maschinist Ludwig Meisinger, Vorstand Josef Wipplinger
LF8 42 II
Das neue schwere LF8 42 II v.l. Gerätewart Jellbauer Xaver, Vorstand Wipplinger Josef, Maschinist Windpassinger Josef, 2. Kommandant Allmannsberger Josef, 1. Kommandant Wandl Albert
MzKW
Auf Initiative von 2. Kommandant Josef Allmannsberger: Ankauf eines Unfallwagens vom BGS. In Eigenregie umgebaut und ausgestattet. Einweihung im Jahre 1997. Als Mehrzweckfahrzeug eingesetzt und mit Eigenmitteln unterhalten.

 

Historische Gruppenbilder

 

Fahnenweihe 1921
7. Juni 1921 Fahnenweihe
Gründungsfest 1954
27. Juni 1954 - 50 Jähriges Gründungsfest

 

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